Blockchain: Hip allein hilft nicht

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Blockchain: Hip allein hilft nicht

05.02.2019

Eine Analyse von Dirk Pappelbaum, Geschäftsführer der Inveda.net GmbH - Beim Thema Blockchain scheint die Welt verrückt geworden zu sein. Die ständige Angst einiger Vorstände und Experten, den nächsten Hype nicht zu verpassen hat hier eine neue Qualität erreicht. Man mag gar nicht ausrechnen, wie viele Milliarden durch hoffnungsvolle Investitionen in das Thema Blockchain gerade verbrannt werden.


Wir haben uns als IT-Unternehmen naturgemäß mit diesem Thema sehr intensiv beschäftigt. Unsere nüchterne Erkenntnis - die Revolution findet nicht statt! Als wir versuchten, die Blockchain in die eigenen Geschäftsprozesse zu integrieren bzw. diese damit sogar abzulösen, ist von den vollmundigen Ankündigungen und Verheißungen nichts übriggeblieben.

Ein paar Beispiele gefällig?

Der klassische Maklerpool ist überflüssig, es lebe die Blockchain!

Maklerpools bündeln Geschäftsprozesse zwischen Versicherungsmakler und Versicherungsgesellschaft, sie sind Großhändler von Versicherungsprodukten. Mal geliebt und manchmal von den Marktteilnehmern gehasst, gehören sie dennoch fest in die Landschaft des Versicherungsvertriebs. Kernstück eines jeden Maklerpools ist die Provisionsabrechnung, also das Verteilen von Bestands- und Abschlussprovision an die Versicherungsmakler. Da läge es nahe, die Provisionsabrechnung via Blockchain abzuwickeln.

Bei Erfolg, so die nahe liegende Schlussfolgerung, könnte man auf den Maklerpool gleich in Gänze verzichten. Warum? Die Blockchain sei sicher, heißt es, denn sie wird nicht auf der IT-Infrastruktur des Pools betrieben, sondern ist weltweit über viele Knoten verteilt. Nur so ist sie wirklich ausfallsicher und vor Manipulation geschützt.

Einer der prominentesten Blockchains wäre das in Russland ins Leben gerufene Etherium-Projekt (https://www.ethereum.org). Hier können sogar sogenannte Smart Contracts auf der Blockchain gespeichert und ausgeführt werden, ideal für die gesamte Berechnung der Provisionsabrechnung. Eine vollautomatische Abwicklung wäre somit denkbar, vorausgesetzt die Versicherungsgesellschaften beteiligen sich an der Integration, denn idealerweise sollte der Geldfluss von der Gesellschaft bis zum Makler über die Smart Contracts stattfinden.

Jetzt gilt es noch das Problem der Vertrauensbildung zwischen den Marktteilnehmern zu lösen. Das bedeutet, es dürfen nur Makler angebunden werden, die die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllen bzw. die Mindeststandards des Pools hinsichtlich Beratungsqualität und Zuverlässigkeit erfüllen. Dieser Punkt ist sehr wichtig, denn schließlich betreuen die Makler die Kunden, und diese sollen möglichst zufrieden sein. Das geht im Prinzip einfach. Die gesetzlichen Anforderungen sind durch eine Abfrage bei der IHK im Vermittlerregister festzustellen und die Kundenzufriedenheit lässt sich durch Feedbackformulare und Scoringsysteme abbilden.

Spinnt man den Blockchain-Faden weiter, dann braucht man natürlich auch keinen Versicherungsmakler mehr. Die Beratung wird durch KI-Systeme übernommen und der Kunde verbindet sich direkt mit der Versicherungsgesellschaft…

Stopp! Wozu braucht es dann noch eine Versicherungsgesellschaft. Alle Kunden könnten einen Beitrag in die Blockchain zahlen, diese kalkuliert den Beitrag auf Grund der Schäden und begleicht die Schäden automatisch.

Theoretisch ein interessantes Denkmodell. Aber praktisch nicht umsetzbar. Denn es gibt ein großes Problem, das viele nicht sehen (wollen).

Das Problem heißt Blockchain!

 

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