Zukunftsvision: Eine einfache bAV für alle ...

Zukunftsvision: Eine einfache bAV für alle Beteiligten

15.10.2019

Zwei Megathemen der Finanz- und Versicherungsbranche, Digitalisierung und Weiterbildung, spielten beim diesjährigen Absolventenworkshop am 01. Oktober am CAMPUS INSTITUT eine wichtige Rolle. Das Interesse war groß wie nie und so nahmen über 70 bAV-Interessierte, Studierende und Ehemalige, sowie Dozenten und Gäste, an der Veranstaltung teil. Wie digital ist die betriebliche Altersversorgung im Jahr 2019 und wo wird der Weg hinführen? Das war ein zentrales Thema der offenen Diskussionsrunde am Nachmittag. Darüber hinaus waren auch die fachlichen Vorträge wieder mit erstklassigen Referenten besetzt. Die Moderation übernahm wie schon in den vergangenen Jahren die renommierte bAV-Expertin Dr. Henriette Meissner.


Rentenberater gem. §4 RDV: Teilzulassung als Alternative?
Der Berliner Rechtsanwalt, Notar und Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht Dr. Nicolai von Holst von der Kanzlei Thümmel, Schütze und Partner startete mit dem Thema „Wie werde ich Rentenberater?“ und ging in seinem Vortrag auf die Fallstricke bei der gerichtlichen Zulassung ein. Er zeigte zudem Lösungswege auf, wie man mit dem Abschluss Betriebswirt/-in bAV (FH) eine Teilzulassung für den Bereich der betrieblichen Altersversorgung erreichen kann, sofern weitere Kenntnisse im Renten- und Verfahrensrecht nachgewiesen werden können. Speziell in Bezug auf den Nachweis der praktischen Sachkunde hatte er hilfreiche Tipps für eine aussagekräftige gute Fallliste für die Zuhörer.

bAV ganz aktuell
Im anschließenden Vortrag „bAV mit Investmentfonds – „state of the art“ sowohl analog wie digital“ stellte Adelheid Lanz, Leiterin Pension Management & Firmenkunden, European Bank of Financial Services (ebase®) GmbH, die spannenden Ergebnisse einer internen Untersuchung vor, die das Zusammenspiel von Robo-Advisor und Kunde genauer beleuchtet.

Da die meisten Teilnehmer die regelmäßige Webinarreihe „Fokus: GGF-Versorgung“ von Dr. Claudia Veh, Aktuarin (DAV), Sachverständige IVS, Abteilungsleitung Beratung, Schweizer Leben PensionsManagement GmbH kennen, freuten sie sich auf den persönlichen Vortrag aus dieser Reihe und den damit verbundenen fachlichen Austausch mit der Referentin. Durch ein ganz aktuelles BMF-Schreiben vom 08.08.2019 wird das Thema „Zeitwertkonto“ für Fremd-GGFs geöffnet und bietet damit Organen von Körperschaften die Teilnahme an diesem Vorsorgemodell. Auch ein neues BGH-Urteil vom 02.07.2019 über den Widerruf einer Pensionszusage wegen Verfehlungen des GGF, wurde detailliert beleuchtet. Eine Entscheidung des FG Münster aus dem Sommer 2019 über die Frage, ob Rente neben des Gehalts zwingend eine verdeckte Gewinnausschüttung sei, wurde ebenfalls zunächst vorgestellt und erläutert, dann diskutiert. Ein weiterer fachlicher Teil des Vortrags von Frau Dr. Veh drehte sich um das Themengebiet der „Ersetzenden Zusage“ und die bisherigen Entscheidungen und Positionen.

„bAV digital – was heißt das 2019?“
Unter diesem Thema fand eine offene Diskussionsrunde mit den wichtigsten Playern der bAV-Digitalisierung statt:
- Martin Bockelmann, Vorstand xbAV AG
- Dr. Edgar Eschbach, Geschäftsführer ePension GmbH & Co. KG
- Stefan Huber, Geschäftsführer eVorsorge Systems GmbH
- Martin Sauter, Geschäftsführer DPO GmbH
- Andreas Wurscher, Geschäftsführer Pension Services GmbH

Aktiv moderiert wurde das Thema von Dr. Henriette Meissner, Geschäftsführerin der Stuttgarter Vorsorge-Management GmbH. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde drehten sich die Fragen nicht nur um die Rolle des Versicherers, sondern auch um die Position des Vermittlers und sein Geschäftsmodell der Zukunft. Dass die betriebliche Altersversorgung – gerade auch im Vergleich zu anderen Sparten in der Versicherungsbranche – aktuell noch nicht so digital ist, wie es sich alle Beteiligten wünschen, war ein Ergebnis des ersten Austauschs.

Welche Aufgaben eine Plattform im Wesentlichen zu erfüllen hat, hängt definitiv von den Anforderungen ab, die an sie gestellt werden. Digitalisierung von Verwaltungsaufgaben? Oder Digitalisierung von Prozessen? Um hier als Berater, Makler oder Vermittler eine fundierte Entscheidung treffen zu können, ist es essentiell die eigenen Prozesse im Unternehmen genau zu identifizieren, denn erst danach können diese überhaupt automatisiert werden. „Datenschutz“ und „Datensicherheit“ flankieren sowohl die Prozesse wie die Verwaltung in allen Bearbeitungsschritten. Ein diffiziles Thema, das alle Beteiligten betrifft. Auch Dokumentation wird immer ein wesentlicher Aspekt sein und die Frage, wie die Digitalisierung hier unterstützend wirken kann. Über das Ziel der Digitalisierung, auch wenn es im Moment noch eine Zukunftsvision ist, waren sich alle einig: sie soll für alle Beteiligten einfacher werden. Digitale Plattformen und Instrumente sollen den Berater und Vermittler, den Arbeitgeber und Arbeitnehmer sowie die Versorgungsträger unterstützen.

Andreas Wurscher, Absolvent Betriebswirt bAV (FH) aus dem 2. Jahrgang der Hochschule Koblenz, stellte im Anschluss an die Diskussionsrunde, in der er selbst die Sicht des Maklers vertrat, vor, welche Schritte notwendig waren, um sein Unternehmen digitaler zu machen. Von der Erfassung über die Beratung bis hin zur Verwaltung mussten alle Prozesse analysiert werden, um das Pflichtenheft für die Umsetzung in die digitale Welt erstellen zu können. Eine gesamte bAV – ohne Medienbruch – von der Akquise bis zur Verwaltung digital wie eine Lohnabrechnung zu implementieren, ist die Herausforderung an der auch er arbeitet.

 

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