Die Angst geht um – Cloud ...

Die Angst geht um – Cloud Computing verunsichert Versicherungsvermittler

14.12.2011

Es ist zu spät. Wir sind schon drin. So nüchtern könnte man es ausdrücken. Aber viele haben es noch gar nicht bemerkt. Denn vieles von dem, was Vermittler sich an zunehmendem Komfort wünschen, wird gerade mit Cloud-Technologie realisiert.

Es ist zu spät. Wir sind schon drin. So nüchtern könnte man es ausdrücken. Aber viele haben es noch gar nicht bemerkt. Denn vieles von dem, was Vermittler sich an zunehmendem Komfort wünschen, wird gerade mit Cloud-Technologie realisiert. Eine Vielzahl von Versicherungsunternehmen und Softwareherstellern nutzt mittlerweile BiPRO-Normen, aber auch andere Webservices. Vermittlerportale, Online- und „Hybridlösungen“ bestimmen zunehmend die Arbeit des Vermittlers. Dass überwiegend die Anwender durch Diskussionen über Cloud Computing verunsichert werden, liegt an der Intransparenz moderner Technologien und des sie beschreibenden Fachvokabulars.

Dabei kann gerade Cloud Computing viele Wünsche der Anwender und der Versicherer ganz besonders gut erfüllen. Um Cloud Computing zu verstehen, muss man zunächst das Konzept betrachten. Der Ansatz des Cloud Computing besteht darin, Rechenkapazität, Datenspeicher, Netzwerkkapazitäten und Software bereitzustellen. Die Kapazitäten werden dabei dynamisch an den Bedarf angepasst über ein Netzwerk geliefert. Ein Teil der benötigten IT-Landschaft wird also nicht mehr auf der Seite der Nutzer selbst betrieben oder örtlich bereitgestellt, sondern bei einem oder mehreren Anbietern als Dienstleistung gemietet. Diese Anbieter können in räumlicher Nähe sein, aber auch weltweit verstreut. Die Anwendungen und auch die Daten befinden sich dann nicht mehr auf dem lokalen Rechner oder in einem Firmenrechenzentrum, sondern in der so genannten Cloud. Der Zugriff auf Anwendungen und Daten erfolgt über ein Netzwerk, was in der heutigen Zeit in der Regel bedeutet, dass der Zugriff über das Internet geschieht.

Von vielen Anwendern, die es gewohnt sind, ihre Daten lokal vorrätig zu halten, kann diese neue Technologie tatsächlich als nebulös empfunden werden. Denn lokal vorrätig waren Informationen bisher über Jahrhunderte hinweg immer. Dies betrifft das Papierzeitalter ebenso, wie die bisherige Nutzung der Computer-Technologie.

Cloud Computing hat viele Vorteile
Da ist zum einen die Kostenersparnis in der Entwicklung von Vertriebsanwendungen. Diese wurden herkömmlich in der Regel pro Vertriebsweg eigens entwickelt. Webservices eröffnen die Möglichkeit, einzelne Bausteine gleich mehrfach in unterschiedlicher Umgebung zu nutzen. Und sie ermöglichen eine Vernetzung verschiedener Anwendungen. Die Nutzung von fremden Webservices bedeutet gleichzeitig die Nutzung fremder Infrastruktur, die nicht selbst vorgehalten, also auch nicht angeschafft werden muss.

Der einzelne Anwender muss sich nicht darum kümmern, immer die aktuellste Hardware bereitzustellen. Die Vernetzung einer Vielzahl von Rechnern und Rechenzentren, in denen die jeweiligen Betreiber für die aktuellste Technologie sorgen, bedeutet eine dauerhafte Selbsterneuerung und damit Zukunftssicherheit.

Auch wenn es vereinzelt Meldungen über Ausfälle in der Cloud gab, die sicherlich auch in der Zukunft nicht ausgeschlossen werden können, zeichnet sich Cloud Computing durch eine hohe Verfügbarkeit aus. Rechenzentren sind in der Regel mehrfach Redundant eingerichtet und bieten damit sogar mehr Kontinuität als herkömmliche Serverlösungen.

Ein weiterer Vorteil dieser modernen Technologie besteht in der Ortsunabhängigkeit und der Tatsache, dass sie über die unterschiedlichsten Endgeräte genutzt werden kann. Natürlich ist zur Nutzung eine Internet-Verbindung nötig. Was dies betrifft, herrscht bei vielen Vertrieblern nach wie vor größte Skepsis. Andererseits machen große Versicherungsgesellschaften wie beispielsweise LVM es der Branche seit vielen Jahren vor, dass always online nicht erst seit heute hervorragend funktioniert.

Auch was die Sicherheit, insbesondere den Datenschutz angeht, herrscht naturgemäß bei Anwendern große Skepsis und Verunsicherung. Der Mensch ist ein Gewohnheitsstier. Und gewohnt war er bisher, seine Daten auf einem PC, einem Server oder einem anderen Endgerät, einem Notebook beispielsweise zu speichern. Der Anwender war es bisher gewohnt, seine Daten quasi physisch unter Kontrolle zu haben. Was dabei häufig vergessen wird, ist die Tatsache, dass dies auch äußerste Sorgfalt und einen hohen Aufwand bedeutet, diese Daten zu schützen. Dies fängt bei einer regelmäßigen Datensicherung an und beinhaltet auch Vorkehrungen für den Schutz der Daten vor fremdem Zugriff oder dem Datenverlust durch Schadsoftware.

Fest steht jedoch, dass die Anbieter von Cloud Computing und insbesondere die Betreiber der Rechenzentren, die in Deutschland von Versicherungsunternehmen betrieben oder genutzt werden, oder die von Maklerpools, Dienstleistern und auch beispielsweise von Herstellern von Vergleichs-Software beauftragt werden, massiv in die Gewährleistung von Datensicherheit und Datenschutz investieren. Die Sicherheit der dort gespeicherten Daten, zumal wenn es sich um Rechenzentren in Deutschland handelt, die dem deutschen Datenschutzrecht unterliegen, dürfte ohne Zweifel ein Maß erreichen, welches weit über die Sicherheit von Daten in Vermittlerbüros hinausgeht.

Der Komfort-Gewinn aus der Cloud
Bei genauerer Betrachtung bisheriger Schnittstellen-Problematiken, über die sich gerade Mehrfach-Vermittler und Makler nach wie vor beklagen, geht im Grunde kein Weg an der zunehmenden Nutzung von Cloud Computing vorbei. Makler, die heute weit verbreitete Vergleichs-Software führender Anbieter nutzen, können sich bereits über weniger sichtbare Medienbrüche freuen. Möglich ist dies nur über die Nutzung bereits verfügbarer Webservices. Und diese – darüber sollte sich jeder Anwender im Klaren sein – sind nun einmal nicht auf dem eigenen Endgerät installiert, sondern werden über eine Internet-Verbindung genutzt. Wo letztendlich die Verarbeitung der Eingaben des Anwenders geschieht, entzieht sich seiner Kenntnis und seinem Einfluss. Wenn beispielsweise Daten aus einem Makler-Verwaltungsprogramm über eine Schnittstelle an eine Vergleichssoftware übergeben werden, anschließend die Berechnung angestoßen wird, dann werden gleichzeitig mehrere Webservices unterschiedlicher Anbieter angestoßen und liefern Daten und Informationen zurück. Die gelieferten Berechnungen, also Tarifergebnisse, können in diesem Fall nicht mehr von einer Tarifsoftware eines einzelnen Versicherers abweichen, denn sie kommen aus der Original-Tarifsoftware dieses Versicherers. Ein enormer Vorteil gegenüber den Lösungen vergangener Tage.

Auch die seit langem geforderten Single Sign On-Lösungen bedeuten in ihrer Umsetzung die Nutzung von Cloud Computing. Wer also den Komfort einer einfachen und einheitlichen Authentifizierung haben möchte, muss zwangsläufig Ja zu Cloud Computing sagen.

Dabei sein macht Spaß
Eine Reihe anderer Werkzeuge, die durch Cloud Computing ermöglicht wurden, werden inzwischen sehr viel selbstverständlicher genutzt. Anwendungen auf Smart-Phones beispielsweise, so genannte Apps, aber auch Angebote von Google (z.B. der Google-Kalender) und Apple (iCloud) gelten als hip und cool und werden gerne und weit gehend bedenkenlos genutzt.

Insgesamt betrachtet müssen wir erkennen, dass Cloud Computing keine Technologie ist, an der die Assekuranz dauerhaft vorbeikommt. Im Gegenteil: der Trend weist eindeutig und endgültig in eine technologische Umgebung, die vollständig auf Online-Lösungen setzt. Es wäre ein Irrglaube, anzunehmen, die Versicherungswirtschaft könnte hier quasi als Insel außen vor bleiben.

Datenschutz
Auf was Anwender jedoch achten sollten ist, dass die Technologien, die Sie nutzen, deutschem Datenrecht unterworfen sein sollten. Dazu ist es notwendig, die Nutzungsvereinbarungen beispielsweise mit Versicherern, Pools, Dienstleistern, Softwareanbietern dahingehend zu prüfen, dass deutsches Datenrecht gilt.

Wer dennoch seine Skepsis dieser neuen Technologie gegenüber nicht ablegen kann, der muss auf sehr viel Komfort verzichten und sich mit traditionellen Werkzeugen und damit auch den herkömmlichen Schnittstellenproblemen und Medienbrüchen abfinden. Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass funktioniert auch hier nicht.


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