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Fünf Jahre nach der Flut: Wie ein Extremereignis Menschen, Regionen und die Provinzial verändert hat
Fünf Jahre nach dem Starkregenereignis „Bernd“ und der anschließenden Flutkatastrophe erinnert der Provinzial Konzern an das bis heute größte Schadenereignis seiner 350-jährigen Unternehmensgeschichte. Die Folgen der Ereignisse vom Juli 2021 mit Schwerpunkt in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen prägen den Konzern bis heute.
Das Tief „Bernd“ traf im Juli 2021 vor allem den Südosten Nordrhein-Westfalens sowie den Norden von Rheinland-Pfalz und wuchs sich als Flutkatastrophe vor allem im Ahrtal zur Tragödie aus. Über 180 Menschen verloren ihr Leben, allein im Ahrtal waren mehr als 130 Todesopfer zu beklagen. Innerhalb weniger Stunden wurden Häuser, Betriebe und ganze Orte zerstört oder schwer beschädigt. Viele Menschen galten vorübergehend als vermisst, Angehörige bangten teils tagelang um ihre Liebsten.
Die Provinzial setzte früh auf schnelle Hilfe und starke Präsenz vor Ort. Bereits Ende August 2021 waren rund 207 Millionen Euro an Entschädigungsleistungen ausgezahlt, obwohl das volle Ausmaß der Schäden noch nicht absehbar war. Bis Ende 2022 summierten sich die Leistungen auf rund 904 Millionen Euro. Viele Betroffene betonten, wie wichtig ihnen in dieser Ausnahmesituation Erreichbarkeit, persönliche Ansprechpartner und pragmatische Entscheidungen vor Ort waren. Durch ihre regionale Präsenz und Stärke konnte die Provinzial hier schnelle und wichtige Unterstützung leisten. Nicht nur über Hotlines, sondern mit Außendienstmitarbeitenden und Geschäftsstellenleitern, die die Menschen und ihre Situationen persönlich kennen.
Größtes Schadenereignis der Unternehmensgeschichte
Für den Provinzial Konzern markiert „Bernd“ einen Einschnitt ohne historisches Vorbild: Konzernweit wurden rund 42.000 Schäden gezählt, das Schadenvolumen liegt bei etwa 1,6 Milliarden Euro und ist damit das mit Abstand größte Einzelereignis der Unternehmens-geschichte. Rund 44,5 Prozent des gesamten Schadenaufwands entfielen allein auf den Landkreis Ahrweiler – eine enorme Konzentration auf einen vergleichsweise kleinen Raum.
Zum Vergleich: Der Orkan „Kyrill“ verursachte 2007 im ehemaligen Provinzial NordWest Konzern ein Schadenvolumen von rund 380 Millionen Euro bei etwa 410.000 Schadenfällen. „Bernd“ lag mit rund 1,6 Milliarden Euro Gesamtschadenvolumen bei deutlich weniger Fällen damit etwa viermal höher und war in der Regulierung deutlich komplexer. Statt vieler reparierbarer Sturmschäden standen bei „Bernd“ Totalschäden und der Wiederaufbau ganzer Betriebe und Orte im Mittelpunkt. Eine Veränderung in der Schadenentwicklung, die durch den Klimawandel und damit verbundenen Extremereignissen zunehmen wird.
„‚Bernd‘ war für uns mehr als ein außergewöhnliches Naturereignis – es war ein tiefgreifender Einschnitt. In Anbetracht des Leides, das die Flut über viele Menschen gebracht hat, tritt alles Wirtschaftliche zurück. Sie hat uns vor Augen geführt, wie verletzlich unsere Regionen sind – und wie wichtig es ist, dass wir als öffentlicher Versicherer in solchen Momenten verlässlich an der Seite der Menschen stehen“, sagt Dr. Wolfgang Breuer, Vorstandsvorsitzender des Provinzial Konzerns. „Die Flut hat gezeigt, dass ein einziges Ereignis ein ansonsten stabiles Schadenjahr komplett drehen kann – und dass Ereignisse mit hohen Einzelschäden künftig ein fester Bestandteil dieser Betrachtung sein müssen.“
Elementarschutz: Zentrale Lehre aus der Katastrophe
Die Erfahrungen aus „Bernd“ fließen heute in die Risikobewertung und Ausrichtung des Provinzial Konzerns ein: durch genauere Gefahrenkarten, angepasste Produkte und klare Empfehlungen – wie beispielsweise schon beim Hausbau konkrete Präventionsmaßnahmen gegen Extremwettergefahren zu treffen.
„Die Flut hat erneut deutlich gemacht, dass Starkregen, Hochwasser und andere Naturgefahren zu einem Kernrisiko der Schaden- und Unfallversicherung geworden sind – mit wachsender Bedeutung durch den Klimawandel. Elementarschutz ist daher mittlerweile fester Bestandteil unserer Beratung und unseres Portfolios. Zugleich wissen wir: Dauerhaft bezahlbaren Schutz gibt es nur, wenn Versicherung, Prävention und staatliche Verantwortung zusammen gedacht werden. Verbindliche Vorsorgemaßnahmen auf allen Ebenen und ein Standard- Elementarschutz mit Opt-Out sind für uns unverzichtbar. Nur so sichern wir die langfristige Versicherbarkeit von Naturgefahren für unsere Kundinnen und Kunden“, sagt Sabine Krummenerl, Vorständin Komposit im Provinzial Konzern.
Um Versorgungslücken zu schließen, setzt die Provinzial – im Einklang mit dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) – auf eine Opt-Out-Lösung: Elementarschutz ist grundsätzlich vorgesehen und muss aktiv abgewählt werden. So wird Naturgefahrenschutz zum Regelfall und nicht zur Zusatzoption. Dies ist ein praktischer Schluss aus der Erfahrung, dass viele Betroffene vor „Bernd“ gar nicht wussten, wie wichtig dieser Baustein für ihr Haus ist. Bei Neuabschlüssen von Wohngebäude- und Hausratversicherungen wird systematisch geprüft, ob und wie Naturgefahren abgesichert werden können; bestehende Verträge werden auf mögliche Lücken hin überprüft. Auch bei gewerblichen Kundinnen und Kunden gehört die Frage nach der Elementardeckung inzwischen zum Standard.
Darüber hinaus hat die Provinzial gemeinsam mit den anderen öffentlichen Versicherern 2022 einen Naturkatastrophen-Schadenpool als bundesweiten Solidarpakt eingerichtet, um bei extremen, regional begrenzten Schäden durch Naturgefahren noch besser gewappnet zu sein und künftige Extremwetterereignisse weiter abzufedern.
„Die Bilder aus dem Ahrtal und den anderen Flutgebieten werden uns als Unternehmen nicht loslassen. Sie sind Mahnung und Motivation zugleich. Aus ‚Bernd‘ haben wir gelernt, dass wir als öffentlicher Versicherer gerade in Ausnahmesituationen verlässlich sein müssen – indem wir zuhören, erklären und den Menschen in unseren Regionen langfristig zur Seite stehen“, fasst Breuer zusammen.
Kurz-Dokumentation: Verlust, Hilfe, Neubeginn
Zum fünften Jahrestag veröffentlicht die Provinzial nun eine Kurz-Dokumentation, die den Weg von der Flutnacht über die Phase der Hilfe und des Wiederaufbaus bis in die Gegenwart nachzeichnet. Sie begleitet Menschen, deren Leben sich in einer Nacht grundlegend verändert hat, und zeigt, wie sie heute, fünf Jahre später, wieder leben, arbeiten und nach vorne blicken.
Ergänzt werden die Berichte der Betroffenen durch die Perspektive eines Provinzial-Geschäftsstellenleiters aus dem Ahrtal und eines Großschaden-Spezialisten aus dem Konzern. Deutlich wird dabei, wie aus einer Flutnacht ein langfristiger Auftrag geworden ist: da sein, begleiten, erklären und absichern – und aus den Erfahrungen von „Bernd“ die richtigen Konsequenzen für die Zukunft zu ziehen.
Der Film ist online abrufbar unter: https://www.provinzial-konzern.de/newsroom/top-themen/Aktuelles_Top-Thema_Bernd.html
Pressekontakt
Christian Schäfer
Konzernpressesprecher
Provinzial Holding Aktiengesellschaft
Provinzial-Allee 1
48159 Münster
Tel. 0251 219-3644
christian.schaefer@provinzial.de
Über Provinzial Konzern
Der Provinzial Konzern mit Hauptsitz in Münster gehört zu den großen deutschen Versicherern und hat fünf Millionen Kundinnen und Kunden. Im Geschäftsgebiet des Konzerns im Norden und Westen Deutschlands leben rund 26 Millionen Menschen. Die
Regionalversicherer des Konzerns, Provinzial Versicherung, Provinzial Nord Brandkasse, Hamburger Feuerkasse und Lippische Landesbrandversicherung, sind fest in ihren jeweiligen Geschäftsgebieten in Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und Teilen von Rheinland-Pfalz verwurzelt. Rund 12.000 Menschen sind für den weltweit ältesten noch aktiven Versicherungskonzern im Innen- und Außendienst tätig, dazu knapp 1.000 Auszubildende. Eine qualitativ hochwertige Betreuung der Kundinnen und Kunden ist durch die Vertriebspartner in mehr als 1.300 Provinzial Agenturen, 106 Sparkassen mit ihren Filialen sowie durch die Zusammenarbeit mit Maklern gewährleistet.
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