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DARAG Run-off-Ausblick 2016 / Gute Aussichten: Sechs Prognosen zur Entwicklung von Run-off in der Versicherungswirtschaft

09.02.2016

DARAG Run-off-Ausblick 2016 / Gute Aussichten: Sechs Prognosen zur Entwicklung von Run-off in der Versicherungswirtschaft

Arndt Gossmann

Arndt Gossmann, Vorsitzender des Vorstands von Run-off-Versicherer DARAG, erwartet eine dynamische Entwicklung von Run-off in diesem Jahr. Seine Prognose: Das Transaktionsvolumen steigt 2016 erstmals auf über 4 Milliarden Euro und die ersten Einzel-Deals überspringen die 1-Milliarde-Euro-Marke. Das Jahr 2015 war kein Spaziergang für die europäischen Versicherer: Zunehmender Wettbewerbsdruck, zahlreiche M&A-Transaktionen und die Einführung von Solvency II haben die Branche in Atem gehalten.

Insbesondere der Umgang mit eingestelltem Versicherungsgeschäft, auch Legacy oder Run-off genannt, wurde im Rahmen der Vorbereitung auf Solvency II zu einem Schlüsselthema für die Versicherer in Europa. Denn gemäß der neuen Regulierung müssen seit dem 1. Januar 2016 auch Run-off-Bestände mit Eigenkapital hinterlegt werden. Arndt Gossmann, Vorsitzender des Vorstands der DARAG, erwartet jedoch nicht, dass der Run-off-Boom mit der Einführung von Solvency II ein Ende findet. Er wagt sechs Prognosen zur Entwicklung des Run-off-Sektors im Jahr 2016.

Prognose 1: Gesamtvolumen der Deals überspringt 2016 die 4-Milliarden-Euro-Marke
„Wir glauben, dass der Run-off-Markt seinen Peak noch nicht erreicht hat, sondern weiter wachsen wird. 2016 könnte das Transaktionsvolumen erstmals auf über 4 Milliarden Euro steigen“, sagt Gossmann. Der Run-off-Markt wuchs zwischen 2013 und 2014 um das Achtfache auf 1,7 Milliarden Euro. Auch 2015 setzte sich der rasante Anstieg fort, als Grund nennt Gossmann die Vorbereitungen der Branche auf Solvency II. In der Folge wuchsen die Legacy-Bestände in den Büchern der europäischen Versicherer. Eine 2015 veröffentlichte Studie der Unternehmensberatung PwC zeigt, dass das Run-off-Volumen seit 2008 um über 20 Prozent auf 247 Milliarden Euro angestiegen ist. Diese Trends werden sich auch 2016 fortsetzen, denn Run-off-Transaktionen haben sich als schneller und flexibler Weg zur Freisetzung von Eigenkapital bewährt.

Prognose 2: Serie von Supertransaktionen – die ersten Run-off-Deals überschreiten die Grenze von einer Milliarde Euro
„Auch nach der Einführung von Solvency II bleibt das Thema Eigenkapital-Effizienz auf der Agenda international agierender Versicherer. 2016 könnte es den ersten Deal im Wert von einer Milliarde Euro geben, und das wird kein Einzelfall bleiben“, sagt Gossmann. Der Verkauf von Legacy-Beständen hat sich in den letzten Jahren als strategisches Instrument für das Eigenkapitalmanagement etabliert. „Aber um in der Bilanz eines global agierenden Versicherers überhaupt Wirkung zu entfalten, muss eine Transaktion eine gewisse Größe haben. Schon in den letzten Jahren sind die Transaktionsvolumina stetig gewachsen. Dieser Trend wird sich in den kommenden Jahren weiter fortsetzen“, so Gossmann.

Prognose 3: Run-off als Best Practice im Versicherungswesen
„Die Themen, die 2015 die Agenda der Versicherer bestimmt haben, werden uns auch 2016 weiter begleiten: fragmentierte Märkte, ein niedriges Zinsniveau sowie stagnierende Prämieneinnahmen. Und dieser Druck wird eher noch zunehmen. In diesem Umfeld hat sich die Abgabe von Run-off-Beständen als sinnvolles Instrument bewährt, mit dem Unternehmen ihre Konsolidierung vorantreiben können“, sagt Gossmann. Um die Eigenkapitalrendite zu verbessern, werden die Versicherer immer öfter ihre Run-off-Bestände ins Visier nehmen. Die DARAG schätzt, dass in Europa etwa 80 bis 90 Milliarden Euro an Run-off für einen Transfer mittels Portfolio- oder Unternehmensverkauf geeignet sind. „Schon 2015 hatten zahlreiche M&A-Transaktionen einen Run-off-Bestandteil. Diese Entwicklung wird sich eher noch verstärken, da gerade internationale Versicherer bei der Restrukturierung nicht nur einzelne Portfolios, sondern ganze Regionen oder Geschäftszweige auf den Prüfstand stellen“, sagt Gossmann.

Prognose 4: Institutionelle Investoren entdecken Run-off
„Im aktuellen Niedrigzins-Umfeld suchen immer mehr branchenfremde Anleger nach Möglichkeiten, in Versicherungsrisiken zu investieren“, beobachtet Gossmann. Insbesondere Private-Equity-Fonds investieren zunehmend in dieses Segment, das sich unabhängig von der Weltwirtschaft entwickelt und nicht mit traditionellen Assetklassen wie Aktien oder Rentenpapieren korreliert. Damit sind Versicherungsrisiken perfekt zur Diversifikation eines Portfolios geeignet. Gleichzeitig bieten sie eine attraktive, mit Qualitätsaktien vergleichbare Rendite – bei niedrigerer Volatilität und höherer Planbarkeit der Erträge. Laut einer Studie des Instituts für Versicherungswirtschaft an der Universität St. Gallen aus dem Jahr 2015 wollen institutionelle Investoren ihr Engagement in Versicherungsrisiken, den Insurance Linked Securities (ILS), in den nächsten fünf Jahren von 44,7 Milliarden US-Dollar auf 88,7 Milliarden US-Dollar verdoppeln.
 

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