Gastbeitrag von Fachmakler Frank Dietrich: Versichern ...

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Gastbeitrag von Fachmakler Frank Dietrich: Versichern heißt verstehen. Eine weitere Absurdität? Kostenerstattungsprinzip für GKV Versicherte.

23.07.2017

Fazit:

Nicht einmal der Anbieter selbst ist in der Lage, klar zu konkretisieren, was er zahlt und was nicht. Der Kunde trägt das Restrisiko, denn wir müssen davon ausgehen, dass in einer Privatklinik nicht mehr gezahlt wird als in einem ganz normalen Krankenhaus. Auch müssen wir annehmen, wie es bei Gericht der Fall ist, dass der normale Empfängerhorizont bei dem Wort Privatpatient auch an uneingeschränkten Versicherungsschutz in Privatkliniken glaubt. Sowohl er als auch die meisten Vermittler die auch Ratingunternehmen machen keine Unterscheidungen in der Art der Bezahlungen innerhalb dieser Häuser. Sobald jemand privat versichert ist, schnellen die Rechnungen in den Krankenhäusern nach oben. Gerade in den letzten Wochen konnte ich sehr viel Geld von bereits bezahlten Rechnungen zurückholen. Der einfache Sachverhalt, dass der Kunde privat versichert war, ließ die Behandler keine weitere Wahlvereinbarung vom Patienten unterzeichnen. Die Abrechnung, die in Folge auf den Status Privatpatient/Chefarzt ausgestellt war, war somit nicht legitimiert. Anstandslos wurde zurückerstattet. Durch diese pauschale Vorgehensweise besteht in solchen Fällen ein existenzielles Kostenrisiko. "Versichern heißt verstehen“?

An die Kollegen:

Ein genauer Blick lohnt sich. Nicht nur innerhalb der Vertragsbestimmung eines Angebotes, sondern auch bei den Darstellungen von sogenannter Vergleichssoftware. Einige Anbieter haben ihre Bewertungskriterien noch immer auf demselben Stand wie 2010, noch bevor die Unisexkalkulation eingeführt wurde, und sind damit weit ab von der notwendigen Aktualität. Auch zeigt sich, dass die freie Krankenhauswahl als Frage zur Bewertung von Tarifen hinhält, nicht aber, ob in diesen Krankenhäusern auch gezahlt wird und in welcher Höhe, wenn überhaupt. Aus all diesen Punkten heraus lässt sich schlussfolgern, dass der, der nicht selber liest und sich mit solchen Modulen in die Beratung begibt und diese als Beratung verkauft seine Haftpflicht bezahlt haben sollte. Der Hinweis an die Haftpflichtversicherer, sich die Vorgehensweise und Beratungsqualität ihrer Versicherten mehr vor Augen zu führen, sei hiermit gegeben.

Trachten Sie doch einfach mal die unterschiedlichen Formulierungen der Vollkostentarife Barmenia Expert gegenüber Hanse Merkur (Tarif egal) und Continentale/Signal Iduna. Der eine übernimmt die Kosten in der Privatklinik, der andere konkretisiert sich auf 150 % und entspricht damit einem BGH Urteil der Vergangenheit. Die beiden anderen drücken sich nicht wirklich klar aus. Gibt es nun eine Zahlung zu mindestens in Höhe der DRG oder nicht einmal das? Klar wäre gewesen, hätte man reingeschrieben, dass die Erstattung entweder nicht stattfindet oder zu 100 % entsprechend der DRG Pauschalen. Das Verständnis und die Interpretation liegen beim Vermittler, der hier sehr schnell zum Regulativ wird.

Und wieder einmal war vom Verbraucherschutz nichts zu hören oder zu sehen. Wie üblich! Betrachtet man die Meldungen, meist bei Twitter, so scheint es sich bei den Tätigkeiten des Verbraucherschutzes um Stückwerk zu handeln, nicht aber um nachhaltige Veränderungen und Klarstellungen am Versicherungsmarkt. Die Klarstellung, dass nur gut 10 % der PKV-Vollkostentarife durch die Hinzunahme der Mindestkriterien das Niveau der GKV erreichen, demnach die anderen Marktteilnehmer in ihrem Versicherungsschutz Kostenrisiken für den Versicherten tragen, wäre auch eine Aufgabe des Verbraucherschutzes gewesen.



Gastbeitrag von Fachmakler Frank Dietrich

FRANK DIETRICH.FACHMAKLER.
Phone: 033237 85 0 27
Fax: 033237 85 0 29
Mobil: 0172 - 3 22 28 98

Große Weinmeisterstraße 63f
14469 Potsdam
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